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Praxis und Labor Sommer 2011 
Eröffnung des neuen Verwaltungsgebäudes durch den Wirtschaftssenator
Unser neues Verwaltungsgebäude wurde am 30. Mai 2011 durch den Wirtschaftssenator Herrn Harald Wolf, Berliner Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und weiteren Gästen feierlich eröffnet. Mit dem Bezug des Neubaus im Januar dieses Jahres wurde damit der erste Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Institut vollzogen.
Die frei gewordenen Verwaltungsräume im Altbau werden zurzeit zu Laborräumen umgebaut. Dadurch wird es uns möglich sein, weitere Bereiche der Laboratoriumsmedizin zu entwickeln bzw. vorhandene auszubauen.
Nicht zuletzt wird somit die Voraussetzung für die Schaffung weiterer neuer Arbeitsplätze hergestellt. Das IMD ist zurzeit Arbeitgeber für über 250 Mitarbeiter.

Neuer Internet-Auftritt - www.imd-berlin.de
Als Ihr starker Ansprechpartner für die Labordiagnostik haben wir unser Erscheinungsbild im Internet überarbeitet. Wir präsentieren uns nun in Partnerschaft mit dem Medizinischen Labor Potsdam, mit dem wir seit dem
01. Juli ein überregionales MVZ bilden. Das IMD Berlin-Potsdam ist zusammen mit weiteren Laboren in Brandenburg und Mecklenburg/Vorpommern ein starker und kompetenter lokaler Laborpartner sowohl in der bekannten Basisdiagnostik wie auch auf den Gebieten der Spezialdiagnostik (Humangenetik, Spezielle Immunologie, Autoimmundiagnostik, Toxikologie, Pharmakologie, Mikrobiologie, Reisemedizin…).
Auf unserer Homepage finden Sie Informationen über unsere Leistungsschwerpunkte mit den jeweiligen Ansprechpartnern, aktuelle diagnostische Informationen für Ärzte und Praxispersonal, Patientenflyer, sowie unser Laborhand¬buch. Darüber hinaus geben wir Hinweise zu Weiterbildungen und zu externen Blutentnahmestellen mit entsprechenden Anfahrtshinweisen.
Wir bieten Ihnen eine Verlinkung Ihrer Website mit unserer Website an. Dadurch werden Sie besser durch interessierte Patienten bei der Suche im Internet gefunden. Uns Website lautet wie gewohnt www.imd-berlin.de  

Ansprechpartner:
Frau Dr. Anja Leclere (Marketing) Tel. 030–77001193
Herr Andreas Lamers (EDV) Tel. 030–77001262

Thalassämien und andere erbliche Störungen des Hämoglobins (Hämoglobinopathien)
Hämoglobinopathien sind genetisch bedingte Störungen des Hämoglobins und gehören zu den häufigsten erblichen Erkrankungen weltweit. Zu den Hämoglobinopathien gehören u.a. die Sichelzellanämie und die Thalassämien (griechisch für Mittelmeeranämie).

Ursprünglich waren die Verbreitungsgebiete hauptsächlich mediterrane und arabische Länder sowie Teile Asiens und Afrikas. Aufgrund der verstärkten Migration von Volksgruppen dieser Regionen finden sich Hämoglobinopathien heute auch häufiger in ehemals nicht-endemischen Regionen wie z. B. Nordeuropa. Schätzungen zufolge sind in Deutschlands etwa 400.000 Menschen Träger von Mutationen in Hämoglobin-Genen. In Metropolen wie Berlin sind Hämoglobinopathien aufgrund der großen ethnischen Vielfalt besonders häufig anzutreffen.
Wir bieten Ihnen ab sofort neben unseren klassischen hämatologisch-laborchemischen Untersuchungen auch die molekulargenetische Diagnostik der Hämoglobinopathien an. Damit sind wir in der Lage, molekulare Defekte unterschiedlichster Hämoglobinopathien wie α-Thalassämie, β-Thalassämie, Sichelzellkrankheit sowie seltenere Thalassämie-Formen (z. B. Hb-Lepore und
δβ-Thalassämie) nachzuweisen. Oft geben schon hämatologische Untersuchungen kombiniert mit einer Hämoglobin-Elektrophorese erste Hinweise für eine Diagnosestellung. Allerdings können nicht alle Varianten mit diesen Verfahren identifiziert werden. Deshalb ist die molekulargenetischen Abklärung unabdingbarer Bestandteil einer Hämoglobinopathiediagnostik wie z. B. bei der α Thalassämia minor. Genetische Untersuchungen sind außerdem sinnvoll im Rahmen der Pränataldiagnostik und zur Ermittlung einer Anlageträgerschaft bei Verwandten und Nachkommen von Patienten mit einer Hämoglobinopathie. Die genaue Art der Mutation gibt häufig Hinweise über die zu erwartende Ausprägung der Erkrankung. Bei der Familienplanung ist der genetische Status beider Partner, auch wenn diese klinisch unauffällige Hämoglobinopathie-Anlagen tragen, wichtig zur Berechnung des Risikos für die Nachkommen.
Die Patienten und Angehörigen können in der humangenetischen Sprechstunde von PD Dr. Niemann hier bei uns im IMD Berlin vor und nach Diagnosestellung beraten werden.

Mehr Informationen erhalten Sie auf unserer neuen Homepage www.humangenetik.imd-berlin.de  

Ansprechpartner:
Frau Dr. Nikola Holtkamp Tel. 030–77001189
Herr PD Dr. Stephan Niemann Tel. 030–77001211

Hepatitis E als lebensmittelbedingte Zoonose
Die Hepatitis E ist nicht nur eine reisemedizinisch relevante Erkrankung. In den letzten Jahren wurden vermehrt Krankheitsfälle beschrieben, die in Deutschland erworben wurden. In Europa ist eine Seroprävalenz von 10-17% bei gesunden Blutspendern beschrieben.
Als Infektionsquelle gelten der Verzehr von bestimmten Lebensmitteln (u.a. unzureichend gegartes Schweine- und Wildschweinfleisch) oder Tierkontakte, insbesondere Jäger, Bauern, Schlachter.

Die Hepatitis E ist eine akute Hepatitis mit selbstlimitierendem Verlauf. Jedoch sind auch fulminante Verläufe, besonders bei bestehendem Leberschaden und bei Schwangeren, beschrieben worden. In der Regel sind bei Auftreten der Symptome schon Antikörper nachweisbar. Bislang existiert keine virusspezifische medikamentöse Therapie.

Ansprechpartner:
Frau Uta Küsters Tel. 030–77001188

Spezialisierte Gerinnungsdiagnostik – Protein Z
Die Regulation der Blutgerinnung erfolgt im komplexen Zusammenspiel zwischen gerinnungsfördernden, gerinnungshemmenden und gerinnselauflösenden Proteinen. Das Glykoprotein Protein Z gehört zu diesen Gerinnungsregulatoren und wird in Anwesenheit von Vitamin K in der Leber gebildet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gerinnungsfaktoren besitzt Protein Z selbst keine Enzymaktivität. Ein Protein Z-Mangel geht nach dem derzeitigen Stand des Wissens mit einem etwa dreifach erhöhten Risiko für venöse und arterielle Thrombosen einher. Selten können vermehrt postoperative Blutungen der Schleimhaut, sowie Hämatome auftreten. Dies zeigt sich in der Verlängerung der in vivo Blutungszeit ohne sonstige nachweisbare Gerinnungsstörungen oder Einschränkungen der Funktion der Blutplättchen. Daneben wurden auch wiederholte Komplikationen in der Schwangerschaft bei Protein Z-Mangel beschrieben, die mit einer gestörten Plazentafunktion verbunden sind. Insbesondere wurde von einem fast 11-fach erhöhten Risiko für Fehlgeburten vor der 15. Schwangerschaftswoche berichtet.
Therapeutische Ansätze können bei gefundenen Störungen durch das Berliner Zentrum für Blutgerinnungserkrankungen www.haemostaseologicum.com  durchgeführt werden.

Ansprechpartner:
Dr. Frank-Peter Schmidt Tel. 030–770010

Erweiterung unserer gynäkologisch endokrinologischen Befundung
Die Bereitstellung von validen gynäkologisch-endokrinologischen Befunden ist für uns ein hohes Qualitätsziel, welches wir seit 01. Juli 2011 durch die Zusammenarbeit mit zwei Kolleginnen aus dem Fachbereich Gynäkologie erweitern wollen. Die beiden Kolleginnen Frau Dr. med. Susanne Baumgarten und Frau Dipl. Med. Beate Ristau, Fachärztinnen für Frauenheilkunde, verfügen über eine langjährige gynäkologisch-endokrinologische Erfahrung.
Damit kann nun bei Vorliegen von Angaben zum Zyklus und hormoneller Medikation auch der Schritt von der reinen diagnostischen Beurteilung der Werte auf klinische und therapeutische Hinweise und Empfehlungen erweitert werden. Bei konkreten Fragen können Sie auch den direkten Kontakt aufnehmen unter endokrinologie@imd-berlin.de

Beratung zu Medikamenteninteraktionen
Insbesondere ältere Patienten erhalten oftmals eine Vielzahl an verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Medikamenten. Diese können sich pharmakogenetisch und pharmakokinetisch bedingt gegenseitig in der Wirkung verstärken oder abschwächen. Diese Wechselwirkungen zu erkennen und auf sie hinzuweisen, macht sich eine neu eingeführte Privatsprechstunde zur Aufgabe.

Ansprechpartner:
Dr. Frank-Peter Schmidt Tel. 030–770010

Höchstwertregeln im EBM Kapitel Labor
Überschreitung von Höchstwerten des EBM (z.B. im Bereich der Infektionsserologie und Tumorparameter) stehen täglich im Fokus. Deshalb erfolgen im Einzelfall Rücksprachen unserer Kollegen mit den einsendenden Praxen. Bitte fordern Sie unser Informationsblatt „Höchstwertregel des EBM-Labor Kapitel 32“ an, das Ihnen Hinweise gibt, welche Untersuchungen davon betroffen sind.

Ansprechpartner:
Frau Dr. Anja Leclere Tel. 030–77001193

Hinweise zur Gewinnung von Punktaten für die Labordiagnostik
In Abhängigkeit von der labordiagnostischen Fragestellung werden für die Punktatgewinnung verschiedene Entnahmeröhrchen benötigt. Diese haben wir für Sie in einer Laborinformation zusammengestellt, die Sie Sie unter der Tel.-Nr. 030 – 77001 181 jederzeit anfordern können.

Hinweise zum Untersuchungsmaterial Spontanurin bzw. 24h-Sammelurin für diagnostische Unter-suchungen
1. Spontanurin (Mittelstrahlurin bzw. Erstharn je nach diagnostischer Fragestellung) unbedingt mit dem Aufkleber „Spontanurin“ versehen, wenn gleichzeitig ein 24h-Sammelurin (Aufkleber „24h-Sammelurin“) ins Labor eingesandt wird.
2. 24h-Sammelurin mit dem von uns zur Verfügung gestellten 2 Liter-Sammelbehälter bzw. 3 Liter-Sammelbehälter (ab sofort neu) vom Patienten exakt sammeln lassen (Wir bieten ein Informationsblatt Patienteninformation zur exakten Gewinnung von 24h-Sammelurin an. Dieses muss dem Patienten mit ausgehändigt werden. Bei Bedarf bitte anfordern.).
Urinprobe aus der gut durchmischten gesamten(!) Sammelmenge mit der gelben Urinmonovette entnehmen und mit dem Aufkleber „24h-Sammelurin“ ins Labor senden. Sammelzeit in Stunden und Sammelmenge in Liter auf dem Auftragsschein angeben.
Bitte achten Sie darauf, dass bei bestimmten Untersuchungen (z. B. Katecholamine) der Sammelbehälter mit Säurezusatz im Labor anzufordern ist.

ANA-Diagnostik um SS-A-Antikörper erweitert
Bei Anforderung von anti-nukleären Antikörpern (ANA) wird immer die indirekte Immunfluoreszenz (IFT) empfohlen, da sie als Goldstandard gilt. Der Vorteil besteht darin, dass in einem einzigen Analyseansatz das gesamte Antigenspektrum der ANA erfasst wird. Es ist jedoch bekannt, dass ANA, die gegen das Antigen SS-A gerichtet sind, in der IFT nicht immer erfasst werden. D. h. negative ANA schließen das Vorhandensein von SS-A-Antikörpern nicht sicher aus! In der Literatur wird die Häufigkeit mit mindestens 2% angegeben. SS-A-Antikörper werden vorwiegend bei Kollagenosen, vor allem beim Sjögren-Syndrom und verschiedenen Lupus erythematodes-Formen gefunden. Sie können auch schon Jahre vor der klinischen Manifestation nachweisbar sein und sichern eine rechtzeitige Diagnose.
Als Konsequenz dieser diagnostischen Lücke werden wir zukünftig bei negativen ANA in der IFT die Bestimmung der SS-A-AAk anschließen, um mit hundertprozentiger Sicherheit einen negativen ANA bewerten zu können.

Ansprechpartner:
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach Tel. 030-77001 130