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Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR |
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Praxis und Labor Winter 2011Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Praxismitarbeiter, wir wünschen Ihnen im Namen aller Mitarbeiter des Instituts für Medizinische Diagnostik für die letzten Tage des Jahres ein wenig Ruhe und Besinnlichkeit im Kreise von Familie und Freunden und bedanken uns für die angenehme Zusammenarbeit. PCA3: Molekularer Biomarker für Prostatakrebs Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland. Zur Früherkennung kommen derzeit die digitale rektale Untersuchung und die Bestimmung des PSA-Wertes zum Einsatz. Bei verdächtigen Befunden wird zur Sicherung der Diagnose eine Biopsie der Prostata empfohlen. In etwa 75% der Fälle wird in der Gewebeprobe kein Tumor gefunden. Bleibt der PSA-Wert trotz negativer Biopsie erhöht, besteht die Möglichkeit, dass der Tumor bei der Biopsie verfehlt wurde. Der behandelnde Arzt muss nun entscheiden, ob eine erneute Gewebeentnahme nötig ist. An dieser Stelle dient der PCA3-Test als Entscheidungshilfe, ob eine erneute Biopsie wirklich nötig ist, oder ob zunächst abgewartet werden kann. Da eine Prostatabiopsie mit Komplikationen bzw. Schmerzen verbunden sein kann, hilft der PCA3-Test, die Biopsien auf das nötige Mindestmaß zu reduzieren. Im Unterschied zu PSA wird der PCA3-Wert vor allem von Krebszellen der Prostata produziert und nicht durch eine Vergrößerung oder Entzündung der Prostata beeinflusst. Daher unterscheidet PCA3 besser als PSA zwischen gutartigen und bösartigen Erkrankungen der Prostata. PCA3 ist kein Ersatz für PSA, sondern stellt eine Ergänzung dar. Der positive Vorhersagewert für Prostatakrebs steigt durch Einsatz des PCA3-Test auf 75% an (gegenüber 38% bei alleiniger Verwendung von PSA). Die Probennahme wird beim Urologen durchgeführt. Nach einer digitalen rektalen Untersuchung wird Erststrahlurin (ca. 20 ml) vom Patienten benötigt. Der Urin enthält die mobilisierten Prostatazellen, in denen die PCA3- und PSA-Genaktivität (mRNA) nachgewiesen und der PCA3-Score berechnet wird. Je niedriger der PCA3-Score ausfällt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für eine positive Biopsie. Der PCA3-Test wird derzeit meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Preis: 291,44€ (1,0 GOÄ) Ansprechpartner: Frau Dr. Nikola Holtkamp Tel. 030-77001-189 Frau Dr. Anja Leclere Tel. 030-77001-193 Zonulin – ein Serummarker für die Darmpermeabilität Zonulin ist ein Protein, das an der Regulation der tight junctions in der Darmwand beteiligt ist. Dabei bindet Zonulin an spezifische Rezeptoren auf den Epithelzellen und induziert so eine Erhöhung der Darmpermeabilität. Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Zöliakie, aber auch Diabetes mellitus korrelierten erhöhte Zonulinspiegel im Serum mit dem Laktose/Mannitol-Quotienten. Somit kann jetzt mit der einfachen und kostengünstigen Zonulinanalyse im Serum die Darmpermeabilität ohne den Aufwand einer Provokationstestung analysiert und im Therapieverlauf kontrolliert werden. Die Analyse "Zonulin im Serum" wird im IMD-Berlin ab sofort angeboten. Gerne senden wir Ihnen die ausführliche Diagnostikinformation zu diesem Thema zu. Ansprechpartner: Dr. Volker von Baehr Tel. 77001-155 Neue Referenzbereiche in der Hämatologie Zum 01. April 2012 aktualisiert das IMD die Referenzbereiche in der Hämatologie. Die Publikation von Herklotz et al. „Referenzwerte in der Hämatologie“, Therapeutische Umschau 63 (2006) 5-24 wurde als Grundlage ausgewählt. Dies Untersuchung stellt eine umfangreiche Metaanalyse dar, die eine Vielzahl von Arbeiten berücksichtigt. Die Autoren dieser Studie haben hohe praktische Kompetenz, denn sie betreuen ein großes Krankenhaus mit Spezialabteilungen und einer großen Ambulanz, und sie benutzen die gleichen Analysen wie das IMD. Die vorgelegten Referenzwerte sind entsprechend den alterspezifischen Besonderheiten ausgewiesen. Da sich die Referenzwerte nur geringfügig geändert haben, werden diese Änderung nur in Ausnahmefällen bemerkt. Referenzwertermittlung und Referenzwertkonzept stark vereinfacht Gesunde Probanden verschiedener Altersgruppen beiderlei Geschlechts bilden das Referenzkollektiv und werden zur Referenzbereichsermittlung herangezogen. Jede Altersgruppe sollte möglichst mehr als 100 Personen umfassen. Von den Probanden des Referenzkollektivs wird der Parameter bestimmt. Die Probenentnahme wird unter Standardbedingungen durchgeführt. Die Analytik erfolgt mit einer standardisierten Methode. Die Messwerte jeder Gruppe werden auf Normalverteilung geprüft und wenn diese vorliegt werden die Referenzbereichsgrenzen über Mittelwert + 2,5 Standardabweichungen bzw. – 2,5 Standardabweichungen bestimmt. Liegt keine Normalverteilung vor werden die 2,5te und die 97,5te Perzentile als Referenzbereichsgrenzen herangezogen. HE4: neuer Tumormarker für das Ovarialkarzinom Das Ovarialkarzinom gehört zu den malignen Erkrankungen mit der höchsten Mortalität, da es häufig erst spät diagnostiziert wird. Der Tumormarker CA 125 galt bisher als wichtigster Laborparameter in der Diagnostik und der Therapiekontrolle. Dennoch sind Sensitivität und Spezifität nicht optimal, so dass nach einem weiteren Marker gesucht wurde. Mit dem HE4 (humanes Epididymisprotein 4) steht nun ein biochemischer Parameter mit verbesserter Sensitivität zur Verfügung. Das Protein wird im gesunden Ovar kaum exprimiert, während das Karzinomgewebe eine starke Überexpression zeigt. Studien belegen den Wert der HE4-Bestimmung im Serum bei Raumforderungen unklarer Ursache im Becken. Die Kombination von HE4 und CA 125 kann zur Erfassung früher Stadien des Ovarialkarzinoms und zur Therapiekontrolle beitragen. Da sich beide Marker ergänzen, wird die gemeinsame Analyse aus einer Serumprobe empfohlen. Abrechnung: EBM 32405 (22,80 Euro) GOÄ A3900.H3 (1-fach 17,49 bzw. mit Steigerungssatz) Ansprechpartner: PD Dr. Michael Steiner Tel. 0381-7022100 Sicherheitshinweis der Firma Phadia zur Allergiediagnostik auf Soja Es hat sich gezeigt, dass der Nachweis des spezifischen IgE auf Soja in nicht wenigen Fällen nur bei Verwendung des rekombinanten Allergens rGly m4 PR-10-Protein (f353) im Phadia CAP-Test gelingt. In anderen Fällen hingegen war die Testung auf das konventionelle Sojaallergen (f14) sensitiver. Um bei diesem klinisch außerordentlich relevanten Allergen, eine Sensibilisierung nicht zu übersehen, wird der parallele Nachweis beider Allergene dringend empfohlen. Wir werden daher ab sofort bei der Anforderung „IgE auf Soja“ beide Allergenanalysen durchführen. Ansprechpartner: Dr. Volker von Baehr Tel. 030-77001155 Neue Anforderungsscheine Muster 10 Mit dem 31.12.2011 verlieren die derzeit noch in Verwendung befindlichen Überweisungsscheine für Laboratoriumsuntersuchungen (Muster 10 - 7.2010) ihre Gültigkeit. Entsprechend des Beschlusses der KBV muss ab dem 01.01.2012 der neue Überweisungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen Muster 10 (1.2012) verwendet werden. Was hat sich geändert? Es entfallen die Abrechungsfelder und der Arztstempel des abrechnenden Arztes. Hinzugefügt ist ein Feld für den Barcode des Labors (Auftragsnummer). Das Auftragsfeld ist unterteilt in Diagnose/Verdachts¬diagnose, Befund/Medikation und Auftrag. Je detaillierter Sie klinische Informationen und Hinweise zur Medikation geben, desto genauer können wir die Befundung der Laborergebnisse vornehmen. Neu finden Sie im rechten oberen Drittel des Muster 10 Scheines Felder zum Ankreuzen (Kontrolluntersuchung bekannte Infektion, Behandlung gemäß §116b SGB V, eingeschränkter Leistungsanspruch gemäß § 16 Abs. 3a SGB V, Empfängnisregelung, Sterilisation, Schwangerschaftsabbruch). Die KV sendet Ihnen die neuen Muster 10 Scheine zu. Das IMD wird die Ihnen bekannten Kombischeine auf der Basis der neuen Muster 10 Scheine noch im alten Jahr mit dem Kurier an Sie senden. Den Kombischeinen beigefügt wird ein Informationsschreiben zur Ausfüllung der neuen Anforderungsscheine. Sollten Sie keine neuen Scheine erhalten, bitten wir Sie, sich kurzfristig bei uns zu melden, damit wir Ihnen die Scheine zustellen können. Für Rückfragen wenden sie sich bitte an ihren Praxisbetreuer unter 030-77001215. Neuer Endokrinologieschein Anfang 2012 steht Ihnen ein neuer, klinisch und symptombezogen aufgebauter Anforderungsbogen für die gynäkologisch-endokrinologische Diagnostik zur Verfügung. Besonderen Wert haben wir auch auf die Neugestaltung des Anamnese- und Befundfeldes gelegt. Wir möchten Sie sehr bitten, dieses so genau und vollständig wie möglich auszufüllen. Nur mit diesen Angaben können wir in Zusammenarbeit mit den gynäkologisch-endokrinologischen Konsiliarärztinnen Frau Dr. Baumgarten und Frau Ristau die Ergebnisse der Hormonuntersuchungen umfassend beurteilen und, wenn gewünscht, auch Therapieempfehlungen geben. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an endokrinologie@imd-berlin.de oder an Frau Haselbach Tel. 030-77001322 Fortbildung Für das 1. Halbjahr 2012 haben wir wieder für Sie ein interessantes Fortbildungsangebot zusammengestellt. Näheres entnehmen Sie bitte dem Fortbildungsplan. Selbstverständlich werden Sie, wie üblich, zu jeder Veranstaltung gesondert eingeladen. Bitte beachten Sie auch unsere aktuellen Hinweise im Internet unter www.imd-berlin.de . |




