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3. Lymphozytentranformationstest (LTT-Borrelien) zur Diagnostik der aktiven Borrelieninfektion

Die Diagnose der Borreliose im Frühstadium sollte überwiegend nach klinischen Kriterien erfolgen. Die serologische Labordiagnostik wird erst bis zu acht Wochen nach der Infektion positiv, wobei aber zu beachten ist, dass eine nicht geringe Zahl klinisch symptomatischer Fälle aller Stadien serologisch nicht eindeutig zu beurteilen ist und auch deshalb der klinischen Diagnose die größte Bedeutung zukommt.

Außerdem weist der positive Nachweis von borrelienspezifischen Antikörpern lediglich nach, dass irgendwann eine Borrelieninfektion erfolgte, ob diese zum Zeitpunkt der Untersuchung noch aktiv ist oder die Erreger durch das Immunsystem bzw. eine Therapie eliminiert wurden, kann mit serologischen Methoden nicht entschieden werden. Damit kann auch die Diagnosestellung der Borreliose im Stadium II/III schwierig werden. Hinzu kommt, dass serologische Testmethoden wegen des Polymorphismus der spezifischen Borrelienantigene bis jetzt noch nicht ausreichend standardisiert werden können und die Beurteilung der Immunoblot- Ergebnisse viel Erfahrung des Untersuchers erfordert.

Nach umfangreichen Voruntersuchungen und Erprobung an mehr als 1000 Patienten kann der Lymphozytentransformationstest mit Borrelien-Testantigenen (LTT-Borrelien) zum Nachweis einer aktuell aktiven Borrelieninfektion empfohlen werden. Dabei wird die lymphozytäre Immunantwort auf Borrelienproteine nachgewiesen. Der Test fällt nur dann positiv aus, wenn borrelienspezifische T- Lymphozyten im Blut des Patienten vorhanden sind. Diese zeigen an, dass sich das Immunsystem zum Zeitpunkt der Blutabnahme in einer immunologischen Auseinandersetzung mit dem Erreger befindet. Erfolgt daraufhin eine effektive antibiotische Behandlung , wird der LTT- Borrelien ca. 4 bis 6 Wochen nach Therapie überwiegend negativ, zumindest kommt es zu einem signifikanten Rückgang der Stimulationsquotienten (SI- Werte). Das Ergebnis des LTT-Borrelientestes gibt damit dem behandelnden Arzt einen Hinweis über die Effektivität der antibiotischen Therapie bei dem jeweiligen Patienten.

Ein negativer Befund im LTT-Borrelien-Test schließt eine aktive Infektion allerdings nicht hundertprozentig sicher aus. Das Primat für die Diagnose einer Borreliose und die darauf beruhende Therapieindikation hat deshalb weiterhin die Beurteilung des klinischen Bildes.

Indikationen für den LTT-Borrelien

  • Klinischer Verdacht auf eine disseminierte Borreliose bei fraglichem serologischen Befunden
  • Verdacht auf persistierende Borreliose nach anamnestischer antibiotischer Behandlung
  • Therapiekontrolle nach antibiotischer Behandlung
  • Klinischer Verdacht auf Reaktivierung einer Borrelieninfektion

Abbildungen 1 und 2: Befundbeispiel eines Patienten mit aktiver Borrelieninfektion vor und 7 Wochen nach antibiotischer Therapie.





Für den LTT einzusendendes Material:
20 ml frisches Heparinblut + 5 ml Vollblut (bitte nicht kühlen und am gleichen Tag einsenden)
Das Blutabnahme- und Versandmaterial wird vom Labor kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Tel. (030) 77001-220 oder LTT@imd-berlin.de
Bei Rückfragen erreichen Sie uns unter:
(030) 77001231 (Prof. R. v. Baehr)
(030) 77001230 (Dr. V.v. Baehr)
Weiterführende Informationen finden Sie auch auf der Seite „Europäische Zeckeninformation“.