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Allergiediagnostik
Eine Allergie ist Ausdruck einer Störung im Immunsystem mit der Folge einer Überempfindlichkeitsreaktion auf meist harmlose Stoffe aus der Umwelt. Das Immunsystem des Allergikers ist nicht in der Lage eine Toleranz gegenüber dem betreffenden Stoff aufzubauen bzw. diese zu erhalten. Der Organismus bildet Abwehrstoffe gegen die vermeintlichen "Angreifer". Dieses können IgE-Antikörper (Typ I-Allergie), IgG- und IgM-Antikörper (Typ II- und III-Allergie) oder spezifische T-Lymphozyten (Typ IV-Allergie) sein.

Die für die allergischen Überempfindlichkeitsreaktionen ursächlichen Mechanismen sind die selben, denen sich das Immunsystem auch zur Abwehr von Viren, Bakterien oder Parasiten bedient. Ob wir eine Immunreaktion des Organismus auf ein Fremdantigen als Allergie bezeichnen oder als „normale“ Immunabwehr, ist abhängig von unserer Einschätzung der „Gefährlichkeit“ des Antigen/Allergens. Dieses ist einfach bei Pollen-, Hausstaub- oder Insektengiftallergien, schwieriger aber schon bei Schimmelpilzen oder Metallen die durchaus auch eine Bedrohung für den Organismus darstellen könnten. Stoffe, die Allergien auslösen, werden Allergene genannt. Allein in Deutschland leiden etwa 30 Millionen Menschen an Allergien. Ihre Zahl ist stetig steigend, was als Ausdruck einer sinkenden immunologischen Toleranzfähigkeit gesehen wird.

Allergische Reaktionen können verschiedene Wege einschlagen. Nach dem Reaktionsmechanismus und der Zeitspanne zwischen einem Allergenkontakt und dem Auftreten von Symptomen werden 4 Typen unterschieden. Die folgende Einteilung nach Coombs und Gell von 1963 lässt dennoch fließende Übergänge beim einzelnen Kranken zu.
 
AllergietypPathomechanismusDiagnostikKlinische Beispiele
Typ IIgE ­, Histaminfreisetzung aus Mastzellen und Basophilen (Sofortreaktion), Leukotriensynthese (Spätreaktion)Pricktest
Spez. IgE im (CAP-RAST)
ggf. Basophilen-Degranulationstest (BDT)
Allergische Rhinitis, Konjunktivitis, Asthma, Urtikaria, Anaphylaxie
Typ IIAntikörper-vermittelte zytotoxische Reaktion
Autoimmun- hämolytische Anämien, idiopathische thrombozytopenische Purpura, Agranulozytose
Typ IIIIgG-Antikörper gegen lösliche Antigene und Allergene, Immunkomplexbildung und KomplementaktivierungSpez. IgG im CAP-RASTAllergische Alveoliti
(z.B. Vogelhalterlunge, Farmerlunge)
Typ IVT-Zell-vermittelte Antikörper-unabhängige Reaktion (Spätreaktion), entzündliche InfiltratePatchtest,
Lymphozytentransformationstest (LTT)
Kontaktallergien auf Metalle, Kunststoffe u.a.,
Tuberkulinreaktion
In der Praxis wird leider die Typ I-Allergie mit dem Begriff Allergie oft gleichgesetzt. Das kann zu Fehlschlüssen führen, zum Beispiel dazu, dass versucht wird eine Metall- (z.B. Nickel-)-Allergie oder Medikamentenallergie über das spezifische IgE oder auch den Pricktest nachzuweisen.

Daher sollen im Folgenden die Allergien aus der Sicht der Immunologie betrachtet werden.
1) Typ I-Allergien
2) Typ IV-Allergien

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