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Präanalytische Faktoren bei der Messung des Blutbildes
Grundlagen
Die Messung der verschiedenen Parameter des Blutbildes erfolgt heute mit modernen Hämatologieautomaten. Diese messen ein Vielzahl optischer und elektrischer Signale von jeder einzelnen Zelle und differenzieren darüber die verschiedenen Zellpopulationen des Blutes. Da dieser Differenzierung 10 bis 30.000 Zellen zugrunde liegen, ist sie präziser als die mikroskopische Differenzierung.
Die Begriffe Präzision, großes und kleines Blutbild, Parameter des Blutbildes, Funktionsweise des Hämatologieautomaten sind in den Kapiteln „Parameter des Hämatologieautomaten“ und „Funktionsweise des Hämatologieautomaten“ ausgeführt.

Biologische Einflussgrößen vor der Analyse wie Nahrungsaufnahme, Tageszeit, körperliche Belastung, langes Stauen der Venen und die Körperhaltung bei der Blutentnahme (im Sitzen oder Liegen) aber auch Probenlagerung bis zur Messung (Zeitdauer und Temperatur) und Probentransport ins Labor können die Messwerte in größerem Ausmaß beeinflussen als biologische und analytische Varianz. Diese Einflussgrößen werden präanalytische Faktoren genannt.
Im klinischen Alltag können präanalytische Faktoren die Messwerte so stark auslenken, dass die Messwerte die Situation des Patienten nicht mehr korrekt widerspiegeln und mit folgenden Konsequenzen gerechnet werden muss.
1. Bei Messungen im zeitlichen Verlauf werden Trends vorgetäuscht oder 
    verschleiert, wenn sich die präanalytischen Bedingungen ändern. So steigt
    z. B. die Hämoglobinkonzentration bei Blutentnahme im Sitzen gegen über der
    Blutentnahme im Liegen an. Bei gesunden jungen Personen ist diese
    Veränderung vernachlässigbar gering, jedoch bei herzinsuffizienten Patienten 
    kann diese Änderung 10 % des Messwertes überschreiten.
2. Die Messwerte können falsch außerhalb oder falsch innerhalb des
    Referenzbereichs liegen, was zu diagnostischen Fehlschlüssen führen kann,
    denn bei der Ermittlung von Referenzwerten erfolgt die Probenentnahme
    unter Standardbedingungen. An den Beispielen unter „häufige präanalytische
    Fehler“ wird der Sachverhalt an einer Pseudothrombozytopenie deutlich
    gemacht.

Standardblutentnahme

Häufig wirkende präanalytische Faktoren

Abhängigkeit der Referenzwerte von Rasse und Geschlecht

Stress

Blutentnahme postprandial

Rauchen

EDTA-induzierte Thrombozytopenie

Gerinnsel

Hämolyse

Lagerung der Proben

Beispiele aus der Praxis

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