Leistungsschwerpunkte > HLA-assoziierte Erkrankungen > Zöliakie

Zöliakie
Die Zöliakie ist neben der Narkolepsie die am stärksten mit HLA assoziierte Erkrankung. Nahezu alle Zöliakie-Patienten (99 %) tragen die HLA-Merkmale HLA-DQ2, DQ8 oder DQ7. Nur diese HLA-Moleküle können Gliadinantigenfragmente präsentieren. Bei Trägern dieser HLA-Prädispositionsallele erhöht sich das Risiko auf etwa das 40fache, an Zöliakie zu erkranken. Im Umkehrschluss wird deutlich, dass diese Gliadin-präsentierenden HLA-Allele eine nahezu zwingende Voraussetzung für die Entwicklung einer Zöliakie sind, und es nahezu unmöglich ist, sie zu entwickeln, wenn man nicht eines dieser HLA-Allele trägt. Die HLA-Typisierung ist daher ausgesprochen wertvoll für den Ausschluss einer Zöliakie. Die HLA-Bestimmung ist insbesondere bei Kindern mit familiärer Belastung angeraten und erlaubt zudem die Abklärung fraglicher Zöliakie-assoziierter Antikörper-Titer (grenzwertig oder isoliert positive Anti-Transglutaminase-Ak, Anti-Gliadin-Ak bzw. Endomysium-Ak). Die HLA-Bestimmung wird im Gegensatz zur Antikörperdiagnostik nicht durch Diätmaßnahmen beeinflusst. mehr...

Zöliakie - assoziierte serologische HLA-Merkmale

zugrunde liegende molekularbiologische HLA-Allelkombinationen

DQ2

DQA1*05:01  /   DQB1*02:01

DQA1*02:01  /   DQB1*02:02

DQ7

DQA1*05:05  /   DQB1*03:01

DQ8

DQA1*03:01  /   DQB1*03:02


Gliadin-präsentierende HLA-Merkmale und ihre kodierenden Allelkombinationen.
Diese Gliadin-präsentierenden HLA-Allele sind eine nahezu zwingende Voraussetzung für die Entwicklung einer Zöliakie.
Somit macht ein negativer HLA-Nachweis differentialdiagnostisch eine Zöliakie sehr unwahrscheinlich.

Rund 10 % aller Typ 1-Diabetiker entwickeln eine Zöliakie. Der zugrunde liegende Pathomechanismus ist noch unklar. Diese Vergesellschaftung ist aber vermutlich durch die überlappenden HLA-Assoziationen bedingt. Die HLA-Allele DQB1*03:02 und DQB1*02:01 sind sowohl mit dem Auftreten der Zöliakie (enthalten im DQ2 und DQ8) als auch eines Diabetes mellitus Typ 1 eng assoziiert. Daher empfiehlt sich, nach einer HLA-Typisierung wegen des Verdachtes auf Zöliakie, bei Vorhandensein der genannten HLA-Merkmale eine regelmäßige Suche nach Autoantikörpern gegen Inselzellen.
Da ca. 20 % der europäischen Bevölkerung die genannten HLA-Prädispositionsallele haben, jedoch nicht alle Träger zwingend erkranken, scheinen weitere, bisher unbekannte Risikofaktoren eine zusätzliche Rolle in der Pathogenese der Zöliakie zu spielen.

Probenmaterial für die HLA-Bestimmung bei Verdacht auf Zöliakie
2 ml EDTA-Blut. Der Transport ins Labor ist unproblematisch und kann auch per Postversand erfolgen. Bitte geben Sie die Verdachtsdiagnose „Zöliakie“ mit an.

Bitte beachten Sie: Bei genetischen Untersuchungen ist lt. Gendiagnostikgesetz eine Einwilligung des Patienten in schriftlicher Form (Formular (PDF-Datei)) erforderlich. Gern stellen wir Ihnen das Formular auch zur Verfügung. Für weitere Fragen erreichen Sie uns unter der Tel.-Nr. 030 77001 220.

Abrechnung
Eine Abrechnung im kassen- und privatärztlichen Bereich ist gegeben. Genetische Untersuchungen berühren nicht das Laborbudget (Ziffer 32010).

zitierte Literatur

Suche

Kontakt
Institut für Medizinische
Diagnostik
Berlin-Potsdam MVZ GbR
Nicolaistr. 22
12247 Berlin-Steglitz
T: (030) 77 00 13 22
F: (030) 77 00 13 32
email