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Sofort-Typ-Allergie
Die klassische Nahrungsmittelallergie ist eine Reaktion vom Typ I, die durch spezifische IgE-Antikörper vermittelt wird. Bei dieser sogenannten Sofort-Typ-Allergie treten Beschwerden innerhalb von wenigen Minuten bis maximal 2 Stunden nach Verzehr der Nahrung auf und sie kann bereits durch sehr geringe Mengen eines Nahrungsmittelallergens ausgelöst werden. Ca. 4 % aller Kinder leiden an einer Nahrungsmittelallergie vom Typ I und die folgenden Allergene sind besonders häufig: Hühnereiweiß, Kuhmilch, Soja, Nüsse, Fisch und Weizen.
Durch die zeitlich schnell auftretende Symptomatik lässt sich die Sofort-Typ-Allergie von der verzögerten Typ-IV-Allergie (Spättypallergie) gut abgrenzen, bei der die Symptome oftmals erst 24 bis 48 Stunden nach Nahrungsmittelverzehr auftreten.

Symptome bei Sofort-Typ-Allergie
Die durch eine Sofort-Typ-Allergie ausgelösten Symptome sind vielfältig: typisch sind

• Juckreiz in Mund, Hals oder auch am ganzen Körper
• Schwellungen im Mund- und Rachenraum sowie an den Lippen
• Asthma
• Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Durchfall)
• Nesselausschlag (Urtikaria)
• Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Angiödeme)
• Neurodermitis-Schübe

Diagnostik
Der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie kann durch die Krankengeschichte und insbesondere durch ein Ernährungsprotokoll untermauert werden, in dem Beschwerden und Nahrungsmittel- bzw. Genußmittel-Zufuhr über mindestens 2 Wochen notiert werden. Bei entsprechenden Verdachtsmomenten auf eine Sofort-Typ-Allergie wird man eine gezielte Antikörperbestimmung aus dem Blut (IgE-Bestimmung gegen die wichtigsten Allergene) durchführen.

Wenn eine Typ I-Allergie (kein spezifisches IgE gegen Nahrungsmittel im RAST, negativer Pricktest) und Typ IV-Reaktionen (negativer LTT-Nahrungsmittelscreen) weitgehend ausgeschlossen sind, sollte an immunologische Kreuzreaktionen gedacht werden:

Kreuzreaktionen zu Inhalationsallergenen
Vorallem bei Pollenallergikern können immunologische Kreuzreaktionen Nahrungsmittelallergien „vortäuschen“. Dabei führen kreuzreaktive Proteine, die sowohl in Pollen als auch in den Nahrungsmitteln enthalten sind, bei Verzehr des Nahrungsmittels zu oropharyngealen Beschwerden mit Brennen/ Jucken und flüchtigen Entzündungen im Bereich der Mundschleimhäute. Man spricht vom sogenannten oralen Allergiesyndrom, bei dem eine Sensibilisierung gegen Inhalationsallergene vorliegt, die immunologische Reaktion dann aber auf ein Nahrungsmittel auftritt.
 

Inhalationsallergen

Nahrungsmittel

Birken-/Erlen-/
Haselpollen 

Haselnuss, Wallnuß, Mandeln, Apfel, Birne, Kirsche, Aprikose, Pfirsich, Kiwi

Beifusspollen

Sellerie, Karotte, Fenchel, Anis, Dill, Paprika, Koriander, Kümmel, Kamille, Sonnenblumenkerne

Traubenkrautpollen (Ragweed)

Melonen, Banane

Gräser-/Roggenpollen

Getreide, Tomate, Melonen

Hausstaubmilben

Schalentiere, inkl. Schnecken

Latex

Avocado, Banane, Esskastanie, Kiwi, Papaya, Feige, Spinat, Kartoffel, Tomate

Vogelfedern

Hühnerei

Bienengift

Honig

Bitte beachten Sie:
Die Labordiagnostik erfolgt durch die Bestimmung des spezifischen IgE auf das entsprechende Inhalationsallergen (und nicht auf das Nahrungsmittel). Die Testung auf das Nahrungsmittel, auf welches die Kreuzreaktion stattfindet, würde falsch negativ ausfallen.

Schimmelpilzsensibilisierung als Ursache von Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Eine Allergie auf Schimmelpilze (v.a. Aspergillus) kann eine Nahrungsmittelallergie vortäuschen, da solche Pilze als Saprophyten z. B. Gewürze, Kirschen, Trauben, Roggen- und Weizenbrot, Gerste, Mais, Reis und Fruchtsäfte befallen können, ohne dass solche Lebensmittel als verdorben wahrgenommen werden. Die Labordiagnostik erfolgt durch Bestimmung der IgE-Antikörper auf die "verdächtigen" Schimmelpilze.

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