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Nahrungsmittelallergie vom Typ IV
Vor allem bei Erwachsenen kommen neben der klassischen Typ I-Nahrungsmittelallergie auch Unverträglichkeiten vom Spättyp (Typ-IV-Allergie) vor. Auch bei der Typ IV-Allergie kommt es wie bei der Soforttypallergie beim Erstkontakt zu einer Sensibilisierung. Allerdings bilden sich hier nicht IgE-Antikörper gegen ein Allergen im Nahrungsmittel sondern allergen-spezifische T-Lymphozyten (d.h. Lymphozyten die ein spezifisches Nahrungsmittel-Allergen erkennen). An diese verzögerte zellulär vermittelte Form der Nahrungsmittelallergie sollte immer dann gedacht werden, wenn:

• die Reaktion erst nach mehreren Stunden auftritt und über Tage oder länger anhält
• gastrointestinale Beschwerden, Myalgien, arthritische Beschwerden und ekzematöse Hautveränderungen im Vordergrund stehen.

Diagnostik
Der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie kann durch die Krankengeschichte und insbesondere durch ein Ernährungsprotokoll untermauert werden, in dem Beschwerden und Nahrungsmittel-Zufuhr über mindestens 2 Wochen notiert werden. Wenn das Reaktionsmuster nicht an Soforttypreaktionen sondern eher an eine verzögerte Allergiesymptomatik denken lässt (Symptome erst nach mehreren Stunden bis Tagen, ekzematöse Hautveränderungen oder chronisch entzündliche Darmbeschwerden dominieren), sollte an eine Typ-IV-Nahrungsmittelallergie gedacht werden. Da diese Spättypallergie durch spezifische T-Lymphozyten vermittelt wird, spielen in der Diagnostik dieser Form der Allergie die Nachweise von IgE-Antikörpern keine Rolle. Der Nachweis einer T-zellulären Sensibilisierung auf ein Nahrungsmittel erfolgt mit dem Lymphozyten-Transformations-Test (LTT).

Diagnostisch stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung
Im LTT-TOP 25 wird auf die 25 Nahrungsmittel getestet, die am häufigsten für Typ-IV-Nahrungsmittelallergien verantwortlich sind. Da in diesem Profil auf Einzelallergene getestet wird, kann bei nachgewiesenen Sensibilisierungen (positiven Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel) eine gezielte Diät erfolgen.

Beispielbefund:

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Alternativ kann im LTT-Nahrungsmittelscreen in einem Untersuchungsgang auf 70 Nahrungsmittel und zusätzlich auf das häufig in Nahrungsmitteln als Verunreinigung enthaltene potentielle Kontaktallergen Nickel getestet werden. In diesem Screen erfolgt die Testung der Nahrungsmittel in Gruppen (2 bis 9 Allergene pro Gruppe) und nur Kuhmilch und Gluten werden gesondert als Einzelallergen getestet. Die positiv getesteten Gruppen können in einer zweiten LTT-Untersuchung dann ausdifferenziert werden.

Beispielbefund:

Bild-Beschreibung

Nickelallergie als Ursache einer Typ-IV-Nahrungsmittelunverträglichkeit
Bei einigen Nickelallergikern kann das in Nahrungsmitteln und Getränken enthaltene Nickel eine breite Palette von Symptomen verursachen oder verstärken. Nickel-haltige Nahrungsmittel sind: Schokolade, Nüsse, Vollkornprodukte oder einige Obst- und Gemüsesorten. Da eine Nickelallergie auf einer T-zellulären Sensibilisierung beruht (Spättypallergie) erfolgt die Diagnostik mit dem LTT auf Nickel. Im LTT-Nahrungsmittels-Screen ist Nickel als Allergen enthalten.
Bei Patienten mit einer nachgewiesenen Nickelsensibilisierung und typischer Symptomatik ist der Versuch einer nickelreduzierten Diät gerechtfertigt. Die täglich notwendige Menge von 16 mg Nickel als essentielles Spurenelement wird mit großer Wahrscheinlichkeit selbst bei streng durchgeführter nickelarmer Diät erreicht.

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