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ImmunoCAP® ISAC IgE-Allergieprofil

ImmunoCAP® ISAC IgE-Allergieprofil

Zur Diagnosestellung von Typ-I Allergien spielt neben dem Pricktest die Bestimmung allergenspezifischer IgE-Antikörper im Serum eine entscheidende Rolle. Typischerweise wird hier der CAP-Test (Thermo Fisher Scientific) verwendet, der allergen-spezifische IgE-Antikörper im Serum quantifiziert und eine Zuordnung zu den CAP-Klassen 1 bis 6 erlaubt. Während der IgE-Nachweis im CAP-Test nur die zeitgleiche Bestimmung einer begrenzten Anzahl von Allergenen ermöglicht, erlaubt der ImmunoCAP®ISAC (Thermo Fisher Scientific) die simultane Messung von 112 Allergenkomponenten aus 51 verschiedenen Allergenquellen. Somit ermöglicht dieser Test die Bestimmung eines umfassenden spezifischen IgE-Antikörperprofils. Der wesentliche Unterschied zum CAP-Test ist aber, dass der ISAC darüber hinaus ausschließlich IgE-Antikörper gegen die allergologisch relevanten Allergenkomponenten untersucht und nicht wie im Hauttest oder im klassischen IgE-Test native Extrakte verwendet werden. Deshalb differenzieren die Ergebnisse im ISAC zwischen genuinen Primärsensibilisierungen und Kreuzreaktionen. Dieses Wissen unterstützt die Risikoeinschätzung von klinischen Manifestationen. Entgegen weit verbreiteter Annahmen ist die Allergenkomponenten-Diagnostik (molekulare Allergiediagnostik) nicht sensitiver als der herkömmliche CAP-Test. Deshalb ist dieser Test kein klassischer Suchtest sondern dient eher der differenzierten Folgediagnostik bei polysensibilisierten Patienten.

Die wichtigsten Indikationen des ImmunoCAP® ISAC IgEAllergieprofil sind:

  1. Unterscheidung zwischen »Nur-Kreuzreaktivität« und echter Spezies-spezifischer Sensibilisierung
  2. Risikoabschätzung der Schwere potentieller allergischer Sensibilisierungen
  3. Hilfe bei der Therapie- und Diätoptimierung, v. a. bei Polyallergikern mit positiven IgE- oder Pricktestergebnissen auf Pollen-assoziierte Nahrungsmittel

Für gezielte Fragestellungen zur Abklärung der Relevanz von z. B. Erdnussallergien oder auch zur Differenzierung von Bienen-/Wespengiftallergien kann aber auch nach wie vor auf die IgE-CAP-Testung zurückgegriffen werden, wo für diese Fragestellungen ebenfalls Allergenkomponententests zur Verfügung stehen und auch die GKV die Kosten übernimmt. Auf Grund des großen Allergenspektrums und des kleinen benötigten Probenvolumens eignet sich die Analyse insbesondere auch für die Allergiediagnostik bei Kindern.

Methode

Der ImmunoCAP®ISAC ist ein Biochip-basierter semi-quantitativer Immunoassay (Abb.1). Die Allergenkomponenten sind auf dem Biochip aufgebracht und reagieren mit dem spezifischen IgE in der Patientenprobe. Die gebundenen IgEAntikörper werden durch eine Fluoreszenz-Technik nachgewiesen. Die Testergebnisse werden in ISAC Standardized Units (ISU) ausgegeben. Die im Test enthaltenen Allergene entnehmen Sie bitte der unten aufgeführten Auflistung.

Was ist Molekulare Allergiediagnostik?

Im Gegensatz zum Pricktest oder zur herkömmlichen IgEDiagnostik, welche auf Allergenextrakten basiert, untersucht die molekulare Allergiediagnostik die Sensibilisierung auf einzelne Allergenkomponenten (Abb. 2). Die Allergenkomponenten werden entweder aus den Allergenextrakten gewonnen (native Allergenkomponenten, gekennzeichnet durch »n« wie in nMUXF3) oder rekombinant hergestellt (gekennzeichnet durch »r« wie in rApi m 1). Diese Komponenten können verschiedenen Proteingruppen zugeordnet werden und erlauben eine Unterscheidung der nachgewiesenen Sensibilisierung sowie der Spezifität der allergischen Reaktion. Ein Überblick der häufigsten in Allergien involvierten Proteingruppen und deren Eigenschaften sind in Tabelle 1 aufgelistet.

Abb. 2 Jede Allergenquelle setzt sich aus verschiedenen spezifischen und kreuzreaktiven Allergenkomponenten zusammen. Diese werden im ISAC einzeln untersucht.

Tab. 1 Allergie-assozierte involvierte Proteingruppen und ihre Eigenschaften 

ProteingruppeRisiko für anaphylaktische ReaktionHitze-/
Verdauungsresistent
Kreuz-reaktivitätBeispiel
Speicherproteine+++++++++Ara h 1,2,3,6 (Erdnuss)
Cor a 9 (Haselnuss)
Jug r1,2 (Walnuss)
Lipid-Transfer-Proteine++++++++Ara h 9 (Erdnuss)
Pru p 3 (Pfirsich)
Jug r 3 (Walnuss)
PR-10 Protein+++++++Bet v 1 (Birke)
Gly m 4 (Sojabohne)
Pru p 1 (Pfirsich)
Profiline++++++Bet v 2 (Birke)
Phl p 12 (Lieschgras)
Hev b 8 (Latex)

(+ gering, .... ++++ sehr ausgeprägt) 

Vorteil des ISAC IgE-Allergenprofils im Vergleich zur spezifischen IgE Diagnostik oder Pricktest:

  1. Unterscheidung echter Sensibilisierungen von Kreuzreaktivitäten zur Einschätzung der Gefahr anaphylaktischer Reaktionen und zur optimalen Therapieplanung.
  2. Bei Polyallergikern einzeitige umfassende Aussage über das Sensibilisierungsmuster

Die Ergebnisse werden Ihnen übersichtlich in einem kommentierten Sonderbefund und für alle Allergene einzeln aufgeschlüsselt dargestellt.

 Abb. 3 In dem ausführlichen kommentierten Bericht sind an erster Stelle die Spezies-spezifischen positiven Allergenkomponenten aufgeführt, gefolgt von den kreuzreaktiven Komponenten und einem ausführlichen Befundkommentar. In einem zweiten Teil sind die Ergebnisse nochmals einzeln und nach Proteingruppen aufgelistet.

Material

200 μl Serum (Vollblut)

Anforderung: ISAC IgE-Allergenprofil

Abrechnung

Eine Abrechnung ist nur im privatärztlichen Bereich (GoÄ) gegeben. Selbstzahler (IGeL) entnehmen bitte die Untersuchungskosten dem PDF-Doukument

Sie wollen sich einen Vortrag dazu ansehen?

    NEU: Diagnostik mit rekombinant hergestellten Allergenkomponenten

Vortrag Dr. Petra Ziegl

Durch Einsatz gentechnisch hergestellter Allergenkomponenten ist nicht nur eine höhere Spezifität in der Allergiediagnostik möglich, sondern auch die getrennte Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper gegen Haupt- und Nebenallergene. 

Seit 2017 steht das ImmunoCAP® ISAC IgE-Allergieprofil zur Verfügung mit dem auf 112 Allergenkomponenten untersucht werden kann. Mehr zur klinischen Anwendung erfahren Sie hier.

Literatur

  1. Allergen microarrays: a novel tool for high-resolution IgE profiling in adults with atopic dermatitis Ott H. et al. European Journal of Dermatology, 2010, 20, 1-8
  2.  The ImmunoCAP ISAC molecular allergology approach in adult multisensitized Italian patients with respiratory symptoms. Melioli G et al.Clin Biochem 2011, 44, 1005-11
  3.  A new tool in the field of in-vitro diagnosis of allergy: preliminary results in the comparision of ImmunoCAP 250 with the ImmunoCap ISAC, Gadisseur R et al. Clin CHem Lab Med 2011, 49, 277-280