Informationen zu der am IMD Berlin angewandten SARS-CoV-2-RNA-Diagnostik (PCR)

SARS-CoV-2-Labordiagnostik

Das SARS-CoV-2 Virus (Severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2) ist ein neuartiges Coronavirus (Genus: Betacoronavirus, Subgenus: Sarbecovirus) das Anfang 2020 als Auslöser der COVID-19 Erkrankung identifiziert wurde. Der Virusnachweis erfolgt in der Regel aus Nasen-Rachenabstrichen. Die klinische Präsentation der Krankheit ist unspezifisch bzw. kann klinisch nicht von der saisonalen Grippe differenziert werden.  Zur Verbesserung des Managements der Patienten und zur Begrenzung der Ausbreitung des Virus ist daher eine robuste und genaue Diagnostik erforderlich. Nach den Leitlinien der WHO ist der Goldstandart der Diagnostik der direkte Virusnachweis, da er spezifisch ist und eine Diagnose auch schon vor dem Auftreten der Symptome ermöglicht.

Der verwendete Allplex™ SARS-CoV-2 fast PCR Assay ist ein in-vitro-diagnostischer (IVD) Echtzeit-Test.  Das Testprinzip ist eine Echtzeit-reverse Transkriptionspolymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) deren Ergebnis in Form eines Ct-Wertes (cycle-threshold-Wert) ausgegeben wird. Der Ct-Wert gibt die Anzahl an Messzyklen an, die innerhalb einer PCR-Probe durchgeführt wurden, um das Coronavirus nachweisen zu können und lässt Rückschlüsse auf die Viruslast in der Probe zu. Je weniger Zyklen man benötigt, desto höher ist die Viruskonzentration in der Ausgangsprobe. Die Ct-Werte sind jedoch nicht standardisiert zwischen verschiedenen Laboren, sodass ein Vergleich der Ct-Werte zwischen verschiedenen Laboren nicht sinnvoll ist.

Mit dieser Methode werden gleichzeitig 3 SARS-CoV-2 Zielgene, N-Gen, RDRP-Gen und E-Gen, detektiert. Die Ct-Werte für die Gene N und RDRP sind für SARS-CoV-2 spezifisch, das E-Gen wird bei allen Sarbecoviren (unter anderem SARS-CoV-2) nachgewiesen. Der vom RKI definierte Schwellenwert für die Entisolierung ab einer Viruslast von < 1.000.000 (10^6) Kopien/ml entspricht bei der verwendeten Methode einem Ct-Wert von 30.

Aufgrund der geänderten Coronavirus-Testverordnung vom 12.02.2022 entfällt weiterhin der generelle Anspruch auf Abklärung der Virusvarianten von SARS-CoV-2. Die Durchführung der variantenspezifischen PCR kann daher nur noch auf explizite Anforderung mit geklärter Kostenübernahme und vorheriger Absprache mit dem Labor erfolgen.

Stichprobenartige Genomsequenzierungen bei positiven Testergebnissen zur Überwachung neu auftretender Varianten gemäß Corona-Surveillanceverordnung werden unabhängig davon weiterhin durchgeführt.

(Stand 27.05.2022)