Antinukleäre Antikörper (ANA) und GPCR-Autoantikörper korrelieren zueinander und sind mit systemischer Entzündung assoziiert!
Antinukleäre Antikörper (ANA) sind ein Screening-Marker bei Verdacht auf systemische Autoimmunerkrankungen. Bei GPCR-Autoantikörpern (GPCR-AAk) richten sich Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Membranrezeptoren, die für die Signalübertragung vor allem im vegetativen Nervensystem eine wichtige Rolle spielen. Diese Antikörper treten häufiger bei Post-COVID- bzw. Post-Vac-Patienten auf. Eine Querschnittsstudie aus dem diagnostischen Alltag des IMD (n=19.810) in Kooperation mit der Universität Heidelberg unter der Leitung von Prof. Berthold Hocher zeigt nun eine klare Assoziation zwischen ANA-Positivität (IIFT; Cut-off 1:100) und funktionellen GPCR-Autoantikörpern (Aak gegen β1- und β2-adrenerge Rezeptoren, M3- und M4-muskarinische Rezeptoren sowie ETAR- und AT1R-Autoantikörper). Besonders relevant erscheint, dass unabhängig davon M4-Rezeptor-Autoantikörper mit höheren TNF-α-Konzentrationen im Blut assoziiert waren – vor allem bei Frauen. Damit ergibt sich ein plausibles Konzept einer „ANA–GPCR–Inflammationsachse“, die klassische Autoimmunmarker mit funktionell aktiven Antikörpern verbindet, die direkt in Rezeptorsignalwege eingreifen können.



