Laborparameter - neu erklärt

GDF15 – ein Marker systemischer Mitochondriopathie

Growth Differentiation Factor 15 (GDF15) wird von vielen Zelltypen, u.a. Muskelzellen, Leberzellen, Neuronen, Fibroblasten aber auch Adipozyten und Makrophagen gebildet und ins Serum abgegeben, wenn diese Zellen unter Mitochondrienstress leiden. Daher gilt GDF15 als Mitochondriopathie-Marker, der im Vergleich zu allen ATP-Messverfahren den Vorteil hat, dass er nicht nur die verminderte Mitochondrienfunktion von im Blut zirkulierenden Leukozyten widerspiegelt, sondern auch die Situation in Geweben und Organen anzeigt. GDF15 ist ein Produkt der mitochondrialen Stressantwort (unfolded protein response –  UPRmt), weshalb vor allem mitochondrienreiche Zellen zum Anstieg der GDF15-Blutspiegel beitragen. Die Bedeutung von GDF15 im Mitochondrienstoffwechsel hängt eng mit seiner Relevanz für Alterungsprozesse zusammen (siehe „Für Sie Gelesen“).

Abzugrenzen von der Interpretation als systemischer Mitochondriopathiemarker ist lediglich die Schwangerschaft. Hier kommt es vor allem im 1. und 2. Trimenon zu einem Anstieg der Blutspiegel, da Plazentazellen physiologisch GDF15 sezernieren.