Labor & Praxis

Neue Referenzbereiche für LBP im Serum / Blei und Cadmium im Blut

LBP im Serum 
Die Bestimmung des Lipopolysaccharid-bindenden Proteins (LBP) im Serum dient als Marker einer gestörten Darmbarriere mit vermehrtem Übertritt bakterieller Endotoxine ins Blut, einem Auslöser chronischer systemischer Entzündung. Bereits moderat erhöhte LBP-Werte sind mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Alzheimer-Demenz assoziiert. Auf der Grundlage dieser Studien haben wir den Referenzbereich für LBP von bisher 8,0 µg/ml auf 5,3 µg/ml abgesenkt.  Die Anpassung ermöglicht eine sensitivere Erfassung klinisch relevanter niedrig gradiger Entzündungsaktivität.


Blei und Cadmium im Blut
Wir haben die Grenzwerte für Blei und Cadmium im Vollblut abgesenkt (Blei <18µg/l; Cadmium <0,40µg/l). Hintergrund dafür sind aktuelle Studien, die zeigen, dass bereits niedrige Konzentrationen dieser toxischen Metalle mit signifikant erhöhten kardiovaskulären Risiken einhergehen. Grundsätzlich gilt, dass Referenzbereiche für toxische Metalle der Identifikation erhöhter Expositionen dienen, jedoch im Umkehrschluss keine unbedenklichen Werte definieren. Aktuelle Forschung legt vielmehr nahe, dass auch innerhalb des Referenzbereichs eine weitere Reduktion der Belastung Erkrankungsrisiken mindert.