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Diabetes mellitus und Insulinresistenz C-Peptid

Physiologie

Das C-Peptid (connecting peptide) entsteht in den Betazellen des Pankreas. Es wird bei der Aktivierung von Insulin vom Proinsulin abgespalten und gelangt mit dem Insulin in das Blut. Hier weist es eine längere Halbwertzeit als Insulin auf. Während das C- Peptid bisher nur als labordiagnostischer Parameter angesehen wurde, weisen neuere Arbeiten auf ein eigenes Wirkungsprofil dieses Peptides hin, insbesondere auf Endothelzellen und deren NO- Synthese, wichtig für die normale Mikrozirkulation. Insofern könnte die Bestimmung der Restsynthese des inkretorischen Pankreas bei Diabetikern eine noch größere Bedeutung als bisher erlangen.

Diagnostische Wertigkeit

Die C-Peptid-Konzentation im Blut widerspiegelt die aktuelle Insulinsekretion des Pankreas besser als das Insulin selbst. Antikörper gegen Insulin stören die Bestimmung nicht.

1. Unterscheidung von Typ 1- und Typ 2-Diabetes
Dieses erfolgt am besten durch die gleichzeitige Bestimmung von Glukose und C- Peptid bei dem oralen Glukosetoleranztest. Bei Typ1- finden sich erniedrigte, beim Typ2-Diabetes normale bis erhöhte C- Peptidkonzentrationen im Blut. Zum gleichen Ergebnis führt der i.v. Glukagontest. Wichtig ist diese Fragestellung besonders für die Abgrenzung des latenten oder späten autoimmunen Diabetes Typ 1 mit nur geringer Konzentration Typ1- Diabetes- spezifischer Autoantikörper ( Anti- ICA-; Anti - GAD- ; Anti-Insulin- Antikörper), vom Typ 2- Diabetes.

2. Verdacht auf Insulinresistenz
Bei einer marginal gestörten Glukosetoleranz weist ein erhöhter Anstieg des C- Peptides während des oralen Glukosetoleranztestes auf eine Insulinresistenz hin.

3. Bestimmung der Restsekretionsleistung des Pankreas bei insulinpflichtigen Typ1 - Diabetikern, besonders während der Insulin- Einstellungsphase
Unter dem Gesichtspunkt der obg. Eigenwirkung des C- Peptides auf die Mikrozirkulation wird dieser Parameter auch im Verlaufdes Typ 1- Diabetes interessant.

4. Hypoglykämisches Koma bei Stoffwechselgesunden
Der Verdacht auf eine absichtlich herbeigeführte "Hypoglykaemia factitia" mittels Insulininjektion wird durch eine normale oder erniedrigte C- Peptidkonzentration bei erhöhtem Insulinspiegel im Blut bestätigt. Bei Hypoglykämie durch Einnahme von Sulfonylharnstoff (z.B. Tolbutamid) sind dagegen Insulin und C- Peptid erhöht.

5. Hypoglykämische Zustände bei Nichtdiabetikern
Erhöhte Nüchtern- C- Peptidwerte ergebenden Verdacht auf ein Insulinom des Pankreas.

Material

Serum 0.5 ml

Patientenvorbereitung und Referenzwerte

Nüchtern Normal 0,7 - 3 ng/m l(230 - 1000 pmol/Liter)
Grenzwertig 0,5 - 0,7 ng/ml
Oraler Glucoetoleranztest 75g Glucose > 40 min > 3- 8 ng/ml

Literatur:

  1. Thomas, L: Labor und Diagnose 5.Aufl.,Frankfurt/M.: TH- Books ; 2000
  2. Johansson, BL. Et al.: C- peptide improves autonomicnerve function in IDDM patients. Diabetologia 39,687- 695 (1996)
  3. Ekberg, K. et al.: Three month C-peptide replacementtherapy improves sensory nerve function in patientswith type 1 diabetes. Diabetologia (Suppl.2) A333(2002)Prof. R. von BaehrDr. F.-P. Schmidt