Home >  Fachinformationen > Nahrungsmittelallergien vom Typ IV - Labordiagnostik

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Nachweis von Typ IV-Sensibilisierungen gegenüber Nahrungsmitteln

Neben IgE-vermittelten Allergien gibt es auch Nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien. Diese beruhen auf Allergen-spezifischen T-Lymphozyten, die sich gegen Nahrungsmittelproteine richten. Die Symptome treten oft erst 24 bis 48 Stunden nach Nahrungsmittelverzehr auf und sind daher schwer anamnetisch zuzuordnen. Die Beschwerden sind vielschichtig. Typisch sind gastrointestinale entzündliche Symptome (leaky gut), aber auch Ekzeme der Haut sowie Verstärkung myalgischer oder arthritischer Beschwerden.

Die Anwendung des Lymphozyten-Transformations-Test (LTT) zum Nachweis von Sensibilisierung auf Nahrungsmittelproteine wurde insbesondere durch den Einsatz von LPS-gereinigten Allergenen möglich, welche die Spezifität und Sensitivität erhöht haben.

Der LTT ist zu empfehlen:

  • wenn eine Typ-I-Allergie (IgE) ausgeschlossen wurde.
  • wenn die Beschwerden erst nach mehreren Stunden auftreten und über Tage anhalten.
  • bei klinischer Manifestation, die nicht dem klassischen Bild einer Mastzellaktivierung entspricht (Typ-I-Allergie), z. B. ekzematöse Hautveränderungen, Myalgien oder arthritische Beschwerden.

Vorher sollten in Abhängigkeit von der Anamnese nichtallergische Intoleranzen, wie die Zöliakie, Laktoseintoleranz oder die Histaminintoleranz, ausgeschlossen sein.

Die Einzelallergentestung im LTT TOP 25 Nahrungsmittel ist die bevorzugte Methode

Beim LTT TOP 25 Nahrungsmittel wurden die über Jahre gewonnenen Erkenntnisse aus dem LTT-Nahrungsmittelscreen 75 genutzt und die 25 am häufigsten positiv getesteten Allergene ausgewählt. Diese werden als Einzelallergene im LTT getestet. Der Vorteil im Vergleich zu dem früher verwendeten Gruppen-Screeningtest ist, dass eine Nachtestung entfällt, was Kosten und eine 2. Blutentnahme erspart. Die Testung auf Einzelallergene ist zudem sensitiver als die Testung von Nahrungsmittelmischungen. Nach den statistischen Ermittlungen werden ca. 94 % der NahrungsmittelTyp-IV-Sensibilisierungen erfasst.

Um zu gewährleisten, dass ggf. sich aus der Anamnese ergebende verdächtige Allergene berücksichtigt werden können, sind bis zu drei weitere Allergene ohne Mehrkosten mit anforderbar (gilt auch für die u. g. Ergänzungsprofile).

Die im LTT TOP 25 Nahrungsmittel enthaltenen Nahrungsmittel sind dem nachfolgenden Musterbefund zu entnehmen.

Abb. 1  Musterbefund LTT TOP 25

 

Es stehen Ergänzungsprofile zur Verfügung

Durch Anwendung der Nahrungsmittelprofile LTT TOP II und LTT TOP III kann das Spektrum der zu testenden Allergene erweitert werden. Die Auswahl der Allergene für die Profile 1 bis 3 resultiert aus den Ergebnissen von über 8.000 in unserem Institut durchgeführten Patientenanalysen. Ein weiteres Nahrungsmittel-Profil für Vegetarier (LTT TOP 25 vegetarisch) sowie ein Profil mit veganen Lebensmitteln (LTT TOP 25 vegan) stehen ebenfalls zur Verfügung.

Die Inhalte der Ergänzungsprofile sind:

LTT TOP II Nahrungsmittel                                              LTT TOP III Nahrungsmittel
Gerste Heilbutt Buchweizenmehl           Hummer
Hafer Lachs Hopfen Garnele
Erbse Languste Reis Entenfleisch
Blumenkohl           Seezunge Linse Vanille
Spargel Putenfleisch Kichererbse Anis
Zwiebel Gänsefleisch Artischocke Zimt
Birne Lammfleisch Weintraube Pfeffer
Erdbeere Koriander Banane Paranuss
Grapefruit Knoblauch        Aal Cashew
Zitrone Walnuss Forelle Kaffeebohne
Ananas Pistazie Hering Kakaobohne
Mandarine Bäckerhefe               Sardine Schwarzer Tee          
Avocado   Aubergine  
LTT TOP 25 vegetarisch  LTT TOP 25 vegan
Kuhmilch                     Paprika                         Ei vegan Quinoa
Hühnerei Soja Seitan Amaranth
Weizen Tofu Falafel Cous-Cous
Roggen Apfel Tofu Mais
Mais Pfirsich Hirse Hanfmehl
Dinkel Apfelsine Avocado Agar
Hirse Kiwi Tempeh Bulgur
Amaranth Avocado Polenta Weizen
Karotte  Kokosmilch Gluten Veggie Scampies
Kartoffel Erdnuss Kokosmilch Soja
Sellerie Haselnuss Karotte Banane
Spinat Bäckerhefe Mandel Käse vegan
Tomate   Aubergine               

Die Systemische Nickelallergie kann sich als Nahrungsmittelunverträglichkeit manifestieren

In Deutschland haben ca. 17 % der Frauen und 8 % der Männer eine Typ IV-Allergie auf Nickel. 20-30 % dieser Patienten reagieren nicht nur bei Hautkontakt (Kontaktallergie auf Nickel), sondern auch auf über den Darm aufgenommenes Nickel aus Nahrungsmitteln. Zudem gibt es Patienten, bei denen eine Kontaktallergie der Haut nicht besteht, die aber bei Kontakt über die Darmschleimhaut systemisch auf Nickel reagieren. Durch Studien belegt sind Intensivierungen der Beschwerden bei atopischer Dermatitis, Hautekzemen, Urtikaria, aber auch chronischen Entzündungserkrankungen wie Rheuma, anderen Autoimmunerkrankungen und dem Chronic Fatigue-Syndrom (CFS).

Bei bekannter oder vermuteter Nickelallergie sollte über den LTT evaluiert werden, ob auch eine systemische Sensibilisierung vorliegt und im positiven Fall eine Nickelreduzierte Diät versucht werden. Eine entsprechende Diätinformation wird bei auffälligen Befunden zur Verfügung gestellt.

Material

LTT TOP 25 Nahrungsmittel

LTT TOP II Nahrungsmittel

LTT TOP III Nahrungsmittel

LTT TOP 25 vegetarisch

LTT TOP 25 vegan

jeweils 30 ml Heparin-Blut und 5 ml Vollblut

LTT auf Nickel (einzeln): 10 ml Heparin-Blut und 5 ml Vollblut

Ein Probeneingang im Labor innerhalb von 24h muss gewährleistet sein. Das Blut muss bei Raumtemperatur gelagert und transportiert werden. Bitte nutzen Sie unseren Berliner Fahrdienst oder unseren kostenfreien bundesweiten Kurierdienst. Das Blutentnahme- und Versandmaterial wird vom Labor kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Abrechnung

Eine Abrechnung ist nur im privatärztlichen Bereich (GOÄ) gegeben. Für Selbstzahler (IGeL) entnehmen Sie bitte die aktuellen Untersuchungspreise dem  PDF-Dokument.

Literatur

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  • Fukutomi, O. et al. Timing of onset of allergic symptoms as a Response to a double-blind, placebo-controlled food challenge in patients with food allergy combined with aradioallergosorbent test and the Evaluation of proliferative lymphocyte responses. Int Arch Allergy Immunol. 1994;104(4):352-357.
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