Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Zähne und Kieferentzündungen
Beide Laboranalysen gehören zur immunologischen Diagnostik chronischer Entzündungsherde im Zahn-/Kieferbereich. Der Mercaptane/Thioether-Test erfasst die spezifische Immunreaktion auf bakterielle Stoffwechselprodukte aus nekrotischem Gewebe (z. B. devitalen Zähnen). Ein positiver Test sagt aus, dass eine Immunaktivierung durch aus Zahnherden freigesetzte Stoffe unterhalten wird. Ein erhöhter RANTES-Wert im Serum dagegen wird in der dental-immunologischen Diagnostik mit der fettig-degenerativen Osteonekrose des Kieferknochens (FDOK, auch als NICO bezeichnet) in Verbindung gebracht, weil das inflammatorisch niedrig aktive, aber persistierende Fettgewebe bei der FDOK die wichtigste permanente RANTES-Quelle darstellt.
Für die Prävention beider Pathologien ist der intakte Knochenstoffwechsel, d.h. die Osteoblasten/Osteoklasten-Balance, entscheidend. Das bedeutet neben guter Durchblutung vor allem aktive Knochenremodellierung, effektive Immunabwehr, Limitierung von Entzündung und oxidativem Stress sowie intakte Mitochondrienfunktion der Knochenzellen. Auf der diesjährigen Jahrestagung der DEGUZ am 8./9. Mai 2026 in Leipzig steht dieses Thema im Fokus. Wie ist Knochenregeneration und intakte Osteoimmunologie erreichbar? Das geht nur in Kooperation zwischen Medizin und Zahnmedizin und nur mit ganzheitlichem Fokus, egal, ob es um FDOK, Periimplantitis, Parodontitis oder Zahnherdgeschehen geht.

Nein, dazu soll der Test auch nicht dienen. Es kann trotzdem in der bildgebenden Diagnostik (OPG, CT,DVT) eine lokale Entzündung an einem oder mehreren Zähnen nachweisbar sein.
Bei einem gleichzeitig negativen Mercaptane/Thioether-Stimulationstest ist allerdings eine davon ausgehende bzw. durch sie ausgelöste entzündliche„Fernherdwirkung“ unwahrscheinlich.
Im Umkehrschluss deutet ein positiver Test daraufhin, dass ein systemischer entzündlicher Prozess durch den Entzündungsherd im Kieferknochen unterhalten bzw. verstärkt wird. Die Studie von Jacobi-Gresser et al. hat nicht nur die Spezifität der Testaussageunterstrichen, sondern auch gezeigt, dass durch Revision der Wurzelfüllung bzw. Extraktion des betroffenen Zahnes das Laborergebnis signifikant zurückgeht (Jacobi-Gresser et al., J Biol Regul Homeost Agents 2015).
Der strenge Bezug positiver Ergebnisse auf den Mund-/Kieferbereich ist dadurch zu erklären, dass nur dort septische Entzündungsherde lange Zeit relativ schmerzfrei als „stille Entzündung“ vom Patienten toleriert werden. Die Vermutung, dass der Kontakt zu Schwefelwasserstoffverbindungen im Darm die Ergebnisse beeinflussen kann, wurde durch Untersuchungen bei Patienten mit und ohne Dysbiose ausgeschlossen.

Mehr zu diesem Thema finden Sie auf unserer Diagnostikinformation Nr.: 309



